Nach dem wir das Death Valley einmal von Western her durchquert haben, mussten wir es auf der Ostseite über den Daylight Pass wieder verlassen, um in Beatty übernachten zu können.
Für den nächsten Tag standen dann weitere Besichtigungspunkte im Death Valley auf dem Programm, für die wir wieder ins Tal zurück kehren mussten.
Nach einem kurzen Abstecher nach Rhyolite, einer alten Geisterstadt aus der Goldgräberzeit, die uns aber eigentlich mehrheitlich enttäuscht hat, schlug Lena vor, die Titus Canyon Road für den Rückweg ins Tal zu nutzen. Dieser Strasse wurde nach schon nach kurzer Fahrt durch einen nichtssagenden Wegweiser ausgeschildert.

Es handelt sich um eine 27 Meilen lange Schotterpiste, die nur als Einbahnstrasse befahren werden darf. Sie gilt als eine der beliebtesten Off-Road Strecken des Südwestens der USA.
Glücklicherweise hatte niemand anderes an diesem Vormittag vor, die gleiche Strecke zu durchfahren und so konnten wir die Abgeschiedenheit ganz alleine geniessen, ohne andere Fahrzeuge überholen zu lassen oder überholen zu müssen. Das war auch deshalb sehr praktisch, weil wir zum Einen eine lange Staubfahne hinter uns her schleppten, zum anderen gibt es über lange Strecken der Road keine Ausweichmöglichkeiten.
Gut hatten wir einen ausgewachsenen SUV mit echtem 4WD also Allradantrieb. Ausserdem machen die recht grobstolligen Geländereifen einen robusten Eindruck, so dass wir uns auf dieses unvergessliche Abenteuer einliessen.
Wir hatten in Beatty noch eingekauft, der Wagen war vollgetankt, es gab genügend Wasser im Auto.
Die Strasse führt zunächst recht unspektakulär gerade durch einen Ebene, der Strassenbelag ist Schotter (Gravel) mit teilweise längeren Waschbrettartigen Querrillen.

Der Wagen wird durch Spurrillen weitgehend in der Fahrbahn geführt, so dass sich anfänglich recht hohe Geschwindigkeiten um die 30 Meilen/h realisieren lassen.
Nach einen Meilen windet sich die Strasse in die Grapevine Mountains hinauf über den White Pass nach Westen.
Unterwegs mussten sich viele Langohr-Hasen vor unseren groben Reifen in Sicherheit bringen. Aber das ging immer gut, weil wir in den kurvigen Abschnitte nicht mehr so schnell fahren konnten, wie unten in der Ebene.

Nach dem Überqueren des White Pass ging es dann auch schon wieder runter und wir erreichten die Ghost Town (von einer Stadt kann man eigentlich nicht sprechen) Leadfield.

Weiter unten im Canyon entdeckten wir auf den Felsen neben der Road Bighorn Schafe, die sich wunderten, was wir denn da so machten. Auch ein Geierartiger Vogel stand auf der Road.

Etwas weiter entdeckten wir Petroglyphen (Felsmalereien) der Indianer, diese durch deutliche Schilder gut zu finden waren.

Bald taucht die Strasse dann in den Slot Canyon ein und windet sich durch die Narrows, enge Felswände zwischen denen oft nicht mehr als 5 – 6 m Platz ist.
Diese Engstellen waren bei unserer Durchquerung problemlos zu durchfahren, der Strassenzustand an anderen Stellen war stellenweise durchaus schlechter. Wirklich eng war es jedoch nirgendwo.

Nach ca. 3 Meilen durch die Narrows öffnet sich die Strasse plötzlich zum Death Valley. Von hier oben hat man einen phantastischen Ausblick über das Tal. Zurück blickend ist deutlich zu sehen, dass die Titus Road von dieser Seite nicht durchfahren werden darf.
Über die letzten Meilen Gravel Road fuhren wir dann zurück zur Talsohle und erreichten dann bald auch wieder eine geteerte Strasse. Wir ruhig so ein Auto doch auch fahren kann.