Von meinem ersten Besuch hier im Südwesten der Staaten kann ich mich noch sehr gut an den Sonneaufgang am Bryce Canyon erinnern. Damals war das für mich der wichtigste Park, den ich besucht haben. Deshalb wollte ich auch unbedingt wieder hier hin.
Manchmal habe ich den Blick in das Amphitheater vom Rand des Bryce Canyon als „den schönsten Ort der Welt“ bezeichnet. Auch deshalb habe ich das Panoramafoto vom Amphitheater auf meinem Bildschirm als Hintergrund.
Bei meinem zweiten Besuch hier, hat sich das alles deutlich geändert. Zugegben: Das Lichterspiel zwischen den Hoodos ist wunderschön. Gerade wenn die Sonne gerade erst aufgegangen ist, ändern sich die Lichtverhältnisse minütlich. Und Abends kurz vor Sonnenuntergang wenn immer mehr Hoodos in den Schatten eintauchen und die Strahlen der Sonne immer oranger werden, ist das eine wunderschöne Stimmung.
Aber das alles verblasst angesichts des grossen Besucherandranges am Rim. War der NP vor 20 Jahren noch fast menschenleer (so hatte ich ihn wenigstens in Erinnerung) kann man jetzt kaum noch alleine dort oben stehen. Alles ist perfekt ausgebaut, überall drängeln sich die Besucher auf den asphaltierten Wegen. Gerade die unzivilisierten Asiaten (es gibt auch zivilisierte, aber die fallen natürlicherweise kaum auf) stören die Ruhe und die Stimmung doch sehr.
Elke, Lena und ich haben uns am ersten Abend den Sonnenuntergang vom Sunset Point aus angeschaut. Nett. Schön. Aber nicht umwerfend. Oder es lag daran, dass wir schon zu viele schöne Stellen während dieses Urlaubs gesehen haben und abgestumpft waren.
Für den Sonnenaufgang am nächsten Tag hatten wir keine Zeit, weil wir schon um 7 Uhr den Termin zum Reiten hatten. Das ging natürlich vor und die Ruhe dort hat mich für vieles entschädigt. Und nach diesem schönen Erlebnis und einem Besuch am Abend am Rim mit einem ausgiebigen Spaziergang zwischen den Hoodos hat mir dann gereicht. Ich habe gerne auf einen weiteren Besuch zum Sonnenaufgang am nächsten Morgen verzichtet.
Vielleicht bei unserem nächsten Besuch hier. Gerne kommen wir wieder. In einer Nebensaison. Oder gar im Winter wenn hier Schnee liegt. Das muss fazinierend sein. Und vermutlich deutlich leerer als zus Hauptsaison im Sommer.
Fazit: der Bryce ist viel zu überlaufen und eigentlich auch überbewertet. Die Ausblicke und Lichterspiele sind genial. Den Bildschirmhintergrund wechsle ich deswegen noch lange nicht.
Aber wenn man einen „NATURPARK“ kennen lernen möchte und die Natur wirklich erleben möchte, gibt es andere schönere Parks.
Vielleicht ändert sich diese Bewertung nach unserem nächsten Besuch, wenn wir mehr Zeit in unberührteren, nicht so überlaufenen Ecken des Parks verbracht haben. Oder wenn es gelingen sollte, einen Sonnenaufgang einmal alleine zu erleben.