Wir hatten uns auf unsere Reise vorbereitet und in dem Zuge hat Lena Informationen über den Angels Landing Trail hier im Zion NP gesammelt. Es gibt einige Videos in YouTube die neugierig machen (oder je nach Sicht auch abschrecken). Also stand für die Mädels fest: Diesen hike wollen wir unbedingt machen.

Michael und Elke schauten sich die Beschreibung und die Bilder an und beschlossen, erst einmal zu schauen, wie weit hoch denn die Kondition für diesen anspruchsvollen Aufstieg reicht.
Gesagt – getan: Im VisitorCenter wurde uns empfohlen, den Aufstieg so früh wie möglich zu machen, weil es doch sehr heiss werden könnte. Der Erste Shuttle Bus fährt um 6 Uhr los und deshalb klingelte der Wecker um 5.
In der Warteschlage für den Bus standen wir auf Position 9. Hier war es noch vollkommen dunkel. Der Bus fuhr pünktlich los und bald erreichten wir den Ausgangspunkt von Stop 5 und wir machten uns in der einsetzenden Dämmerung auf den Weg.

Die Mädchen hatten einen eigenen Rucksack und setzten sich bald von uns ab.
Zunächst geht der Trail moderat an der Talseite den Berg hinauf. Der Weg ist breit und asphaltiert und damit eigentlich rollstuhlgängig. Dann standen wir plötzlich vor einer unüberwindbar aussehenden Wand. In der Morgendämmerung war von unten kein Weg zu erkennen, aber als wir näher kamen entdeckten wir den in den Fels gehauenen Weg, der steil nach oben führt. Dort kommen das Herz und die Lunge richtig zum Arbeiten, weil es sehr steil nach oben führt.

Nach Überwindung dieser ersten Steilstelle führt der Weg flach weiter hinten in das Tal. Dort steht man dann plötzlich vor einer weiteren Steilstelle, die durch serpentinenartige Kurven überwunden wird. Auch hier ist der Weg asphaltiert, wie fast alle Wege hier im Nationalpark.
Oben angekommen führen einige wenige Schritte auf ein Plateau von Felsplatten, von denen man den eigentlichen Höhepunkt des Trails gut erkennen kann:

Über einen spitzen Grat führ ein schmaler mit Ketten gesicherter Pfad auf eine Felsspitze. Dieser Pfad ist nun ein richtiger Wanderweg mit deutlichen Kletterpassagen. Aber alle ausgesetzten Stellen sind mit Ketten gesichert so dass der Pfad für geübte Berggänger gefahrlos begangen werden kann.

Als Michael und Elke diese Stelle erreichten, waren Anna und Lena bereits auf dem Gipfel. Sie hatte sich mit in die Spitze der ersten Hiker eingereiht und waren nur von einigen rennenden (joggenden) jungen Männern überholt worden.

Elke verzichtete aufgrund ihrer Knieprobleme auf den weiteren Aufsteig. Michael fühlte sich aber so gut, dass er den weiteren Weg in Angriff nahm.
Schon nach einigen Metern stockte es hinter einen Mann, der eine „flache Platte“ bereits auf allen Vieren hochklettern wollte. Als Michael einfach aufrecht mit den Wanderschuhen an ihm vorbei ging staunte der Mann. Später erzählte Elke, dass er es weinige Meter später aufgegeben hat und umkehrte, weil er sich doch zu unsicher fühlte. Gut hat er sich bald dafür entschieden.

Der Weg führt sehr schön über den Grat, mal links, mal rechts geht es bis zu 1000 m senkrecht in die Tiefe. An allen ausgesetzten Stellen sind dicke Metallketten angebracht, die sich sogar teilweilse durch die intensive Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten tief in den Sandstein eingearbeitete haben.
An einigen Engstellen muss man sich zwischen den Sandsteinfelsen hochziehen, an anderen ausgesetzten Stellen an den Metallketten entlang hangeln.
Doch bald schon hat man diesen wunderschönen – mit Bäumen bewachsenen Grat – überwunden und erreicht die Spitze von Angels Landing. Von hier aus hat man eine phantastische Aussicht über das Haupttal vom Zion und den soeben überkletterten Grat.

Hier oben konnten Anna und Lena sogar drei Expemplare des Kalifornischen Kondor in den Aufwinden kreisen sehen. Wir haben natürlich auch hier viele Fotos geschossen und sind dann gemeinsam wieder abgestiegen.
Dabei kletterte einge ganze Zeit lang ein typisches Problem in Form eines 40-jährigen Pärchens vor uns hinunter. Diese hatten im Tal zwei einfache Holzstöcke ausgeliehen, wie sie auch für die Wanderung im Fluss bei den Narrows sehr hilfreich sind. Nur hatte sie nicht verstanden, dass diese Holzstöcke keinerlei Sicherheit bei Kletterpassagen boten und kämpften daher mit Ihren Fähigkeiten, ihren Rucksäcke und den Stöcken in den Hand beim Abstieg. Glücklicherweise ist nichts passiert und wir konnten sie bald überholen.

Auf dem Plateau wartete Elke auf uns und freue sich, dass wir gesund wieder zurück kamen.
Fazit Michael: Der Hike auf Angels Landing ist vollkommen überbewertet. Die Wanderung ist nett. Die grösstenteils asphaltierten Strecken täuschen einen leichten Weg vor, den alle auch unerfahrenen Wanderer unternehmen können. Der Gratweg oben stellt ganz andere Anforderungen, welche die Fähigkeiten eines durchschnittlichen Wanderers deutlich überschreiten. Insgesamt ist es eine nette Wanderung in einem wunderschönen Naturpark die für geübte schwindelfreie Bergwanderer problemlos zu bewältien ist. Das eigentliche Problem ist die Hitze beim Aufstieg, wenn man es nicht schafft, die frühen Morgenstunden zu nutzen.

Annas Kommentar: Die Wanderung ist sehr schön und sehr gut machbar. Allerdings ist es verwunderlich, wie viele nicht trittsichere Wanderer diese Wanderung begehen, die eigentlich nicht hier hin gehöhren.
Empfehlung: Den Rucksack auf den Plateau lassen und auf keinen Fall Stöcke mit hoch nehmen, die sind in den Kletterpassagen sowieso nur im Weg. Festhalten an den Ketten ist sicherer als vermeintliche Sicherheit von Wanderstöcken.
Respekt. Ich brwundere eich für eure Energie. Conny
Ja, es hat wirklich Spass gemacht! Aber um 6 Uhr loswandern ist dabei ein Muss. Sonst geht die Energie hauptsächlich in Kühlung der Körperoberfläche. Mann / Frau muss noch mehr trinken und noch mehr Wasser mit schleppen und schwitzt deswegen noch mehr, so dass man noch mehr Wasser…..